Warum Achtsamkeit?

Die Bereicherung einer christlichen Achtsamkeitspraxis für den eigenen Glauben

Die Praxis der Achtsamkeit hat tiefgreifende Auswirkungen auf unser Leben und kann uns helfen, ein erfüllteres und ausgeglicheneres Leben zu führen. Achtsamkeit mag heute oft mit dem Buddhismus assoziiert werden, aber es ist wichtig zu erkennen, dass Achtsamkeit als Konzept und Praxis nicht auf eine einzige spirituelle oder religiöse Tradition beschränkt ist. Tatsächlich finden sich Prinzipien und Praktiken, die der Achtsamkeit ähneln, in der Bibel und im frühen Christentum.

Biblische Fundamente:

Die Bibel enthält zahlreiche Passagen, die zur Achtsamkeit, Wachsamkeit und dem bewussten Leben im gegenwärtigen Moment ermutigen. Beispielsweise fordert Psalm 46,11 dazu auf, still zu sein und die Gegenwart Gottes zu erkennen, während Matthäus 6,34 uns lehrt, uns keine Sorgen um die Zukunft zu machen, sondern uns auf den gegenwärtigen Tag zu konzentrieren.

Frühe christliche Praktiken: 

Es gab es im frühen Christentum mehrere Gruppen und Einzelpersonen, die Praktiken ausübten, die der Achtsamkeit ähneln, wie die Wüstenväter und -mütter, Hesychasten oder auch  Bruder Lorenz. Diese frühen Christen betonten die Wichtigkeit der inneren Wachsamkeit und Achstamkeit , der Selbstbeobachtung und des beständigen Gebets, um eine tiefere Verbindung zu Gott und ein erfüllteres spirituelles Leben zu erreichen.

Universelle Prinzipien:

Achtsamkeit ist ein universelles Konzept, das Menschen unabhängig von ihrer religiösen oder spirituellen Zugehörigkeit anwenden können. Die grundlegenden Prinzipien der Achtsamkeit, wie das Bewusstsein für den gegenwärtigen Moment, das Nicht-Urteilen und die Selbstbeobachtung, können auf verschiedene Glaubensrichtungen und Lebensweisen angewendet werden. Im christlichen Kontext kann die Achtsamkeitspraxis dazu beitragen, die Beziehung zu Gott, zu sich selbst und zu anderen zu vertiefen und ein erfüllteres spirituelles Leben zu führen.

Insgesamt zeigt dies, dass Achtsamkeit keine exklusive Domäne des Buddhismus ist, sondern eine Praxis, die in verschiedenen religiösen und spirituellen Traditionen, einschließlich des Christentums, tief verwurzelt ist.

Die Integration von Achtsamkeitsprinzipien in das christliche Leben kann dazu beitragen, die biblischen Lehren auf eine persönliche und praktische Weise zu erleben und zu einem tieferen Verständnis der eigenen Spiritualität zu gelangen.

Hier sind einige Vorteile der Achtsamkeit:

Innere Ruhe und Gelassenheit:

Achtsamkeit hilft uns, den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen und unsere Gedanken und Emotionen zu beobachten, ohne sie zu bewerten. Dies kann dazu führen, dass wir eine innere Ruhe und Gelassenheit entwickeln, die uns hilft, in stressigen oder herausfordernden Situationen einen klaren Kopf zu bewahren (Phil 4,7).

Vertiefung der Beziehung zu Gott:

Durch Achtsamkeit können wir lernen, uns voll und ganz auf unser Gebet und unsere Beziehung zu Gott zu konzentrieren. Dies ermöglicht uns, Gottes Gegenwart in unserem Leben intensiver wahrzunehmen und uns stärker mit Seinem göttlichen Geist zu verbinden (Jak 4,8).

Verbesserung unserer Beziehungen:

Achtsamkeit lehrt uns, empathischer und aufmerksamer gegenüber den Bedürfnissen und Emotionen anderer Menschen zu sein. Dies kann dazu beitragen, dass wir liebevollere und mitfühlendere Beziehungen zu unseren Mitmenschen aufbauen (Kol 3,12-13).

Persönliches Wachstum und Selbstakzeptanz:

Achtsamkeit ermöglicht uns, uns selbst besser kennenzulernen und unsere Stärken und Schwächen anzuerkennen. Dies führt zu einer größeren Selbstakzeptanz und einem tieferen Verständnis für unseren eigenen Wert als geliebte Kinder Gottes (Röm 8,15-16).

Vielleicht hilft dir dieses Gebet, eine neue Sicht auf Achtsamkeit und deinen Glauben zu werden.

Gebet für Achtsamkeit und Gottes Gegenwart

Himmlischer Vater,

In der Stille unseres Herzens suchen wir Deine Gegenwart. Öffne unsere Sinne und lehre uns, jeden Augenblick bewusst wahrzunehmen. Gib uns die Weisheit, Deine Schöpfung in all ihren Facetten zu erkennen und zu schätzen.

Hilf uns, im gegenwärtigen Moment präsent zu sein, und lehre uns, inmitten der Hektik des Alltags Ruhe und Frieden zu finden. Mögen wir lernen, uns nicht von Sorgen und Ängsten ablenken zu lassen, sondern stets darauf vertrauen, dass Du uns führst und uns zur Seite stehst.

Lass uns Deine Liebe und Güte in unserem Leben und in der Welt um uns herum erkennen. Gib uns die Kraft, mitfühlend und liebevoll gegenüber anderen zu sein, und lehre uns, uns selbst so anzunehmen, wie wir sind – als Deine geliebten Kinder.

In Zeiten der Stille und des Gebets, öffne unsere Herzen für Deinen Heiligen Geist. Führe uns in die Tiefe der Achtsamkeit, damit wir Dein Wirken in uns und in der Welt wahrnehmen. Mögen wir uns immer mehr mit Dir und Deinem göttlichen Plan für unser Leben vereinen.

Wir danken Dir, Vater, für die Gabe der Achtsamkeit und für die Führung, die Du uns gewährst. In den Momenten der Stille und des Gebets, fühle uns vereint in Deiner unendlichen Liebe.

Wir bitten dies im Namen Deines Sohnes, Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.